Nachhaltigkeit eines Anlageportfolios

Nachhaltigkeit & Finanzierungsstruktur Investitionsportfolio

Diese Fallstudie konzentriert sich speziell auf die technische Aufwertung von Energieeffizienzklassen und die damit verbundene Bankfinanzierungsstrategie für ein gewerbliches Immobilienportfolio.

Teil 1: Strategische Transformation des Energieeffizienzlabels

Zu Beginn des Projekts war das Portfolio technisch veraltet. Der Schwerpunkt lag auf der Minimierung des Risikos von „stranded assets“ mithilfe der NTA 8800-Methode.

Von der Nullmessung zum Label A

  1. Detaillierte EPA-U-Aufnahme: Jedes Gebäude wurde hinsichtlich seiner thermischen Hülle (Isolationswerte), Installationstechnik (COP-Werte von Wärmepumpen) und Beleuchtung (W/m²) untersucht.
  2. Maßgeschneiderte Beratung (Szenario-Modellierung): Für jedes Objekt mit einem Label von D bis G wurde ein spezifischer Nachhaltigkeitspfad erstellt. Dabei wurde berechnet, welche technischen Anpassungen (z. B. Hybrid-Wärmepumpe vs. vollelektrisch) erforderlich sind, um die Grenze des Energie-Labels A zu überschreiten.
  3. Überwachung und Zertifizierung: Nach Abschluss der Arbeiten wurden die Gebäude erneut geprüft. Durch den Einsatz von Gebäudemanagementsystemen (GBS) wird der theoretische Labelwert nun durch tatsächliche Verbrauchsdaten untermauert.

Teil 2: Bankfinanzierung & Grüne Kredite

Die Finanzierung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen ist so strukturiert, dass der Cashflow des Portfolios optimiert und die Loan-to-Value-Ratio (LTV) verbessert wird.

Finanzierungsstruktur

  • Green Loan Facility: Durch die feste Garantie für die Energieeffizienzklasse A konnte ein „Green Loan” bei einer Großbank abgeschlossen werden. Dies führte zu einem Zinsnachlass (Spread-Reduzierung) von 20 bis 40 Basispunkten gegenüber regulären kommerziellen Finanzierungen.
  • Erhöhung des Marktwerts (LTV): Die Bank erkennt die Nachhaltigkeitsmaßnahmen als Wertoptimierung an. Durch den Anstieg des geschätzten Marktwerts nach der Verbesserung des Labels verbesserte sich die LTV-Quote, was zusätzlichen Spielraum für die Refinanzierung anderer Projekte schuf.
  • CAPEX vs. OPEX: Die Investition (CAPEX) wird teilweise durch die Einsparungen bei den Energiekosten (OPEX) gedeckt. Die Mietverträge enthalten eine „Green Lease”-Klausel, wonach ein Teil der Finanzierungskosten über die Nebenkosten oder eine Nachhaltigkeitsgebühr mit den Mietern verrechnet werden kann, die ihrerseits von niedrigeren Energiekosten profitieren.

Nachhaltigkeitsmaßnahmen

  • Isolierung der Gebäudehülle:
    • Ersatz von Einfach- oder veraltetem Doppelglas durch Hochleistungsglas (HR+++).
    • Nachisolierung von Dächern und Hohlwänden, um den Wärmebedarf um durchschnittlich 30 % zu senken.
  • Technische Upgrades:
    • Ersatz von gasbefeuerten Heizkesseln durch (Hybrid-)Luft-Wasser-Wärmepumpen.
    • Einbau von WRG-Geräten (Wärmerückgewinnung) in die Lüftungssysteme.
    • Ersatz herkömmlicher Beleuchtung durch intelligente LED-Systeme mit Präsenzmelder und Tageslichtsteuerung.
  • Nachhaltige Energieerzeugung:
    • Installation von großflächigen PV-Anlagen (Sonnenkollektoren) auf den Dächern, abgestimmt auf den Spitzenverbrauch der Mieter.
  • Intelligentes Gebäudemanagement:
    • Installation von intelligenten Zwischenzählern und einem zentralen Gebäudemanagementsystem (GBS) für die Echtzeitüberwachung und -steuerung des Klimas.

Ergebnisse nach der Nachhaltigkeitsoptimierung

  • Energieeinsparung & CO2-Reduzierung:
    • Eine durchschnittliche Reduzierung des Primärenergieverbrauchs (kWh/m²) von 40 % bis 60 %.
    • Direkte Verringerung des CO2-Fußabdrucks, was zu den ESG-Zielen (Environmental, Social, and Governance) beiträgt.
  • Operative Kostensenkung:
    • Deutliche Senkung der Energiekosten für Mieter, was die Attraktivität der Immobilien (Vermietbarkeit) erhöht.
    • Geringere Wartungskosten durch die Umstellung auf moderne, digitale Anlagen mit vorhersehbaren Wartungsintervallen.
  • Verbesserung des Komforts:
    • Ein gesünderes Raumklima durch bessere Belüftung und Temperaturregulierung, was zu einer höheren Nutzerzufriedenheit führt.
  • Wertbeständigkeit und Wertsteigerung:
    • Eliminierung des Risikos von „braunen“ Rabatten; die Gebäude sind nun gemäß den gesetzlichen Bestimmungen für 2030 und darüber hinaus „zukunftssicher“.
    • Verbesserung der Exit-Yield (Endwert) bei einem eventuellen Verkauf der Vermögenswerte.
  • Finanzkennzahlen:
    • Sofortige Verbesserung der Schuldendienstquote (DSCR) durch geringere Fixkosten und stabilere Mieteinnahmen.

Lösung

Vorteile eines besseren Energieeffizienzlabels

Auswirkungen von WWS-Punkten auf Mietpreise

Auswirkungen von WWS-Punkten auf Mietpreise

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